Das Therapieende:

In der Regel baut sich zwischen dem Therapeuten und dem Kind im Verlauf der Therapie Vertrauen und Nähe auf. Gerade Trennungserfahrungen sind in der Biografie von Patienten oft mit negativen Erinnerungen verknüpft. Daher kommt dem Therapieende eine besondere Bedeutung zu.

 

  • Die Therapie endet im Regelfall im gegenseitigem Einvernehmen zwischen Patient und Therapeut. Dieser Zeitpunkt wird durch den  Verlauf der Symtomlinderung bzw. der Entwicklung der  Persönlichkeit bestimmt.
  • Es kann bei bestimmten strukturellen Störungen bzw. Entwicklungsphasen sehr sinnvoll sein, das Therapieende über eine längere Zeit hinauszuziehen und als Begleiter und sicherer Ort weiter verfügbar zu sein. In dieser Zeit können einzelne Sitzungen niederschwellig erfolgen, d. h. zwischen ihnen liegt ein längerer Abstand. Zusätzlich kann auch die Sitzungsdauer dann von regelhaft 50 Minuten, auf die Hälfte reduziert werden.
  • In anderen Fällen ist es sinnvoll eine Behandlung zu unterbrechen, weil ein Patient z. B. ausprobieren möchte, ob er alleine zu Recht kommt. Solche Therapiepausen werden im einzelnen besprochen und ihre Beweggründe hinterfragt, z. B. ob es eine Flucht vor einer Auseinandersetzung oder ein nachvollziehbarer Entwicklungsschritt ist.
  • In jedem Falle erfolgt dieser Abschied mindestens über einen Zeitraum von 3 Sitzungen, in denen es Gelegenheit gibt Abschied zu nehmen. Gruppen haben im Regelfall ein Abschiedsritual entwickelt.
  • Ein Therapieabbruch erfolgt nur extrem selten auf Wunsch des Kindes. Bedenken Sie als Elternteile, dass Sie damit die Beziehung zwischen sich und Ihrem Kind erneut belasten können und/oder Ihr Kind künftig noch vorsichtiger sein wird, sich einem anderen anzuvertrauen.
  • Ein Nachbefragungsbogen (siehe Downloadbereich) soll allen Beteiligten dabei helfen, den Therapieverlauf und das Ende bewusst nachzuvollziehen.