Gruppenanalyse mit Kindern und Jugendlichen
auf der Basis der Gruppenanalyse von S. H. Foulkes:

 

Die Gruppenanalyse, wie sie heute mit Kindern und Jugendlichen praktiziert wird, wurde erst in den letzten Jahren von der "Arbeitsgemeinschaft Gruppenanalyse mit Kindern und Jugendlichen" weiterentwickelt, der ich von Anbeginn angehören durfte. Nähere Informationen finden Sie unter:  www.kindergruppenanalyse.de

 

Sie basiert im Wesentlichem auf der Theorie des Psychoanalytikers S.H. Foulkes, der nach seiner durch den Nationalsozialismus erzwungenen Emigration in England diese Methode begründet hat. Dafür war über das Erbe Sigmund Freuds und Alfred Adlers hinaus der intensive Gedankenaustausch von Foulkes mit dem Soziologen Norbert Elias (und weiteren Vertretern der Frankfurter Schule) von entscheidender Bedeutung. Weitere Anregungen integriert der gruppenanalytische Ansatz fortlaufend aus der Neurobiologie, der Gestaltpsychologie und der Kommunikationstheorie.


Für die Gruppenanalyse stellen Gruppe und Individuum keinen Gegensatz dar. Sie werden in untrennbarem Zusammenhang und gegenseitiger Bedingtheit erfasst. Die Therapeutische Gruppenanalyse mit Kindern und Jugendlichen lokalisiert psychische Störungen nicht primär im Individuum, sondern im Netzwerk seiner sozialen Beziehungen, die für den jungen Menschen lebenswichtig sind, also in der Gesellschaft, in dem er aufwächst: seinem familiären Umfeld, den Beziehungen im Kindergarten oder Schulalltag, dem Freundeskreis, etc.  Umgekehrt legt die sog. Angewandte Gruppenanalyse in den parallel verlaufenden Bezugspersonengruppen bei den vorhandenen Konflikten und Kommunikationsstörungen in den familiären (Generationen-)Bezügen und den pädagogischen Institutionen den Widerspruch offen, der zwischen eingefahrenen Strukturen und persönlichen Bedürfnissen nach Wertschätzung nach Zugehörigkeit,  Mitteilung, Anerkennung und Beteiligung besteht.

Die gruppenanalytische Praxis mit Kindern und Jugendlichen ist ein sehr lebendiger und kreativer Prozess, in dem sich verbale und nonverbale Kommunikation ständig verflechten. Bilder und Träume und alle Facetten der Emotionalität sowie das konkrete Spielgeschehen der Kinder - ob alleine, untereinander oder mit dem Leitungspaar - finden im gruppenanalytischen Prozess aufmerksame Beachtung. Es eröffnen sich durch die Gruppengeschwister und -eltern Spielräume, in denen Vergangenes im szenischen Kontext der Gruppe erscheint und Neues im Hier und Jetzt erlebt und erprobt werden kann. Die Gruppenanalyse deckt unbewusste Beziehungsmuster und Bedeutungen auf und eröffnet so ein vertieftes Verständnis des jeweiligen Gruppenkontextes in seinen kollektiven und individuellen Bezügen.

Im gruppenanalytischen Prozess mit den Kindern und Jugendlichen ist es eine zentrale Erfahrung, dass Autonomie und Bezogenheit sich wechselseitig ermöglichen. Gerade in der Wechselwirkung der psychodynamischen Gruppenprozesse der Kinder- und Jugendlichengruppen und den parallel verlaufenden Bezugspersonengruppen kann dies gut beobachtet werden. Klarer werdende Generationengrenzen, wachsende persönliche Unabhängigkeit verbindet sich mit einer vertieften Spiel- und Kommunikationsfähigkeit. Damit erweitert sich für die Einzelnen und die Gruppe das Spektrum der Erfahrungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.

 

Auf diesem gruppenanalytischen Ansatz basiert nicht nur die therapeutische Gruppenanalyse. Die Gruppenanalyse bietet auch als Angewandte Gruppenanalyse vielfältige Einsatzmöglichkeiten für die Arbeit mit Gruppen in den Bereichen der Erziehung und Bildung, der Beratung und Sozialen Arbeit. Auch die von mir angebotenen Supervisionsgruppen basieren auf diesem Konzept.  

 

(vgl. Curriculum der Kinder- und Jugendlichengruppenanalyse, Hrsg. Arbeitskreis zur Förderung der Gruppenanaylse mit Kindern und Jugendlichen, 2014, 1. Aufl. und

Zeitschrift der Individualpsychologie....)  

Unsere Gruppenregeln
Hier beginnt und endet die Gruppe....
Wir erleben uns in der Gruppe